Das Gelände der Stader Altstadt fällt gegen Osten stark ab. Besonders gut lässt sich dies bei der vom Pferdemarkt abzweigenden Steilen Straße nachvollziehen. An der Kreuzung mit der ebenfalls hügelab führenden Neuen Straße, an der Steilen Straße Nr. 25 liegt das Hahnentor.
Dabei handelt es sich nicht um einen eigenständigen Torbau, sondern um ein zweigeschossiges Fachwerkhaus. In der rechten Haushälfte führt im Erdgeschoss eine Durchfahrt zur Kalkmühlenstraße.
Ebenso wie die benachbarten Häuser steht das Hahnentor mit der Traufe zur Straße. Die Gefache zwischen den Holzständern des z.T. im 18. Jh. erneuerten Fachwerks füllen Backsteine aus. Bis auf das Tor ist das Haus schmucklos gestaltet.
Die Sturzbalken der Durchfahrt stützen kräftige profilierte Kopfbänder. Laut der geschnitzten, zur Steilen Straße ausgerichteten Jahreszahl wurde das Hahnentor 1658 erbaut. Im Durchgang lohnt ein Blick nach oben. Hier ist die Lehmwickeldecke offen sichtbar.
Das Hahnentor bildete im Osten den Abschluss des ehemaligen Mühlenhofes. Dieser zählte mit der Wassermühle an der Mühlenstraße im Mittelalter zum größten Besitzkomplex des 1132 gegründeten Praemonstratenserklosters St. Georg.
Die Kalkmühlenstraße heißt seit 1903 unverändert so. Zuvor wechselte mehrfach ihre Bezeichnung: 1590 „Mholenstrate“, 1668 „Hanenthor“, 1768 „Kalck-Mühle“, 1770 „Hinter Hahnen Thor“, 1815 sogar „am Hahnthor bei der Kalkmühle“.